Feuerstelle Küche Speis                                                                                (Vorratskammer)


Im Mittelpunkt des bäuerlichen Hauses stand die Feuerstelle (Küche). Hier wurde das Essen zubereitet und geheizt. Der Speiseplan richtete sich maßgeblich danach, was der eigene Acker oder der Garten hergab. 

Damit Obst und Gemüse auch außerhalb der Saison zur Verfügung stand, musste es eingelegt, eingekocht oder gedörrt werden. Es war mühsam und zeitaufwendig, aber lebenswichtig, die Nahrungsmittel haltbar zu machen und Vorräte anzulegen.

Im Kupferkessel wurden große Mengen Tomatensaft eingekocht, sowie verschiedene Obstsorten zu Konfitüre (Brei) verarbeitet. Eingesetzt wurde das (Kestlhaisla) auch beim Schweineschlachten, wo das Kesselfleisch (Kredelfleisch) für die Leberwurst gekocht wurde. 

Ein winterlicher Höhepunkt, und so etwas wie ein Feiertag, war das Schweineschlachten auf dem Dorf. Jeder Haushalt hatte ein oder mehrere Schweine im Stall, die wegen der Haltbarkeit der Produkte in der kalten Jahreszeit geschlachtet wurden. Das Fleisch wurde eingesalzen, in Fett eingelegt oder geräuchert.

 

Würste, Schinken und der Speck wurden in der Speisekammer aufgehängt und aufbewahrt.

 

Erst als die ersten Gefriertruhen in den 70-ger Jahren aus Deutschland kamen, änderten sich die Essgewohnheiten und die Vorratsplanung wurde einfacher.

 

 

Schweinebrennmaschine zum absengen (abflammen) der Borsten.
Schweinebrennmaschine zum absengen (abflammen) der Borsten.

Das wichtigste Nahrungsmittel (Brot) gehörte zu jeder Mahlzeit und wurde im Ofen gebacken, der mit Reisig und Maisstängel angeheizt wurde. Brot kam schon zum Frühstück in Form von Toast (gapets Prot) auf den Tisch. Das auf der Glut geröstete Brot wurde mit Knoblauch eingerieben und mit Gänsefett bestrichen.                                            


Eine handvoll Teig wurde aufgespart, der dann durch das Lagern zum Gären gekommen ist. Daraus entstand der Sauerteig für das nächste Backen. 

Teig - Knetmulde, Brotback - Model und Teigkörbchen (Simbali)


Die Mehltruhe mit dem Sieb und Holzschaufel stand auf dem gut durchlüfteten Dachboden.


Der Sparherd ist auch heute noch für manche Kochtätigkeiten besser geeignet als der Gas - oder Elektroherd. Es war die größte Erfindung in der Geschichte des Kochens und verdrängte auch bei uns, Ende des 19. -  Anfang des 20. Jahrhunderts, die offene Feuerstelle. Das Feuer brannte in einem geschlossenen Feuerraum mit Rost und Aschefall, dadurch ging weniger Energie verloren und der Rauch wurde durch den Abzug nach außen geleitet. Die Rauchkuchl entwickelte sich zur Wohnküche.


  Tellerrahmen/Stellagen

Wer erinnert sich nicht an den Duft der Quitten und Äpfel.

Speisfenstala
Speisfenstala

In der Speisekammer und im Keller befanden sich die Lebensmittel:

 

 

Im Keller die Weinfässer, das Krautfass, Kartoffeln, Möhren und Petersilie die mit Sand abgedeckt wurden. In der darüber liegenden Speisekammer lagerten die Schmalztöpfe (Fettstitzen), Würste, Speck und Schinken, sowie Tomatensaft, Konfitüre und das eingeweckte Obst.

Keine Flasche wurde weggeworfen.

Fettstitzen
Fettstitzen
Krautfässer
Krautfässer


Butterfässer
Butterfässer


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Michael Messer